Samstag, 29. Juni 2013
Hunnuli Gewitter
moonlightelbe, 13:51h

Drückende Hitze lag schwer auf dem schwarzen Fell des großen Pferdes. Genervt schnaubte Mossoqe eine Fliege weg, die seine Nüstern umschwärmte. Ein seltsames Gefühl ließ ihn den Kopf heben. Mit den schwarzen Augen musterte die Umgebung. Nicht weit von ihm entfernt stand ein Junge. Ohne sich zu bewegen stand er da, die Augen auf einen Punkt in der Ferne gerichtet. Mossoqe schnaubte überrascht. Der schwache Wind, der die Hitze einigermaßen erträglich machte hatte den Unbekannten nicht angekündigt. Abermals witterte er, aber den einzigen Geruch den er wahrnahm, war der der trockenen Wiese und der anderen Hunnulis. Neugierig trottete er auf den Jungen zu. Die Ohren gespitzt musterte er ihn. Er sah völlig normal aus. Aber er hatte keinen Geruch. Mossoqe stupste sanft das Bewusstsein des Jungen an und begrüßte ihn. Der Unbekannte reagierte nicht. Ok, kein Zauberer konstatierte Mossoqe. Dennoch kam er noch ein paar Schritte näher und wieherte um den Jungen auf sich aufmerksam zu machen. Er drehte sich um. Der Blick aus den goldenen Augen war überrascht. Einen Moment sahen sich der Junge und Mossoqe nur an. Dann erschien ein Lächeln auf dem traurigen Gesicht des Fremden. „Du kannst mich sehen“, stellte er fest. Nun war Mossoqe überrascht. „Ja“, antwortete er, dann fiel ihm ein, dass der Junge ihn nicht verstehen konnte und nickte mit dem schwarzen Kopf. Die Augen seines Gegenübers schienen aufzuleuchten. „Ich nehm das als ja“, sagte er.
Mossoqe betrachtete den seltsamen Unbekannten weiter neugierig, da trug der Wind auf einmal einen ihm nur zu bekannten Duft zu. Erfreut drehte er sich um und wieherte Paulina entgegen. Ihre blonden Locken tanzten im Wind und sie begrüßte ihn lachend: „Na Mo, mein Guter.“
„Du hattest wohl viel zu tun.“, begrüßte Mossoqe sie in Gedanken.
Sie lachte: Woher weißt du das?“
„Du hast mich lang nicht mehr besucht“, neckte er seine Zauberin.
Paulina strich durch seine dichte Mähne. „Ja stimmt“, seufzte sie, „Es tut mir auch leid, dich gleich als erstes um Hilfe bitten zu müssen.“
Mossoqe schnaubte gutmütig: „Worum geht’s denn?“
Paulina seufzte abermals: „Du weißt doch, dass ich meinem kleinen Bruder versprochen hab Bayern München beim Fußball spielen etwas unter die Arme zu greifen.“ Mossoqe warf seinen Kopf nach oben: „Musst du ihnen mal wieder zum Sieg verhelfen?“
„Sie spielen noch nicht. Jan wünscht sich aber, dass sie beim öffentlichen Training, was er besucht ein paar Tore schießen.“
Mossoqe schnaubte entsetzt: „Er erwartet doch hoffentlich nicht, dass wir jeden Torschuss so manipulieren, dass er ins Tor geht?“
„Nein, zum Glück nicht, ein paar reichen. Aber wird trotzdem schwer. Ich wollt dich bitten Mo, dass du ein paar Blitze erzeugst, die meine Zauberkraft stärken.“
Mossoqe sah hinauf zum blauen Himmel: „OK.“
Er spürte die Hand seiner Freundin an seinem Hals, dann konzentrierte er sich darauf Regenwolken aufziehen zu lassen. Plötzlich hielt er einen Moment inne. Ihm war der unbekannte Junge wieder eingefallen. Suchend sah er sich um. Die Wiese war jedoch leer.
Paulina fragte neugierig. „Was ist denn?“
„Hast du gesehen wo der Unbekannte hin ist?“
„Unbekannte? Welcher Unbekannte?“
„Na der, der neben mir stand.“
„Ich hab niemanden gesehen, als ich gekommen bin.“
Mossoqe schnaubte überrascht. Einen Moment blickte er auf die Stelle wo der Junge gestanden hatte, dann hob er die Nase wieder. Er verdrängte den Gedanken an den seltsamen Jungen ohne Geruch wieder und konzentrierte sich darauf eine Gewitterfront aufziehen zu lassen, die den Menschen wieder Blitze und Regen bringen werden.
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